Fragen Sie Ihre Tierärztin Anita Wehrenfennig!

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen:


Muss ich meinem Hund die Zähne putzen?

Fast jeder Hund und jede Katze ab dem 3. Lebensjahr leidet unter Zahnstein. Aus Futterresten, Speichel und Bakterien entstehen zuerst weiche Beläge auf den Zähnen, genannt Plaque. Werden diese weichen Beläge nicht durch regelmäßiges Zähneputzen entfernt, entsteht der allen bekannte feste Zahnstein.  Der Zahnstein ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien. Diese verursachen Zahnfleischentzündung. Zuerst zeigt sich eine schmale rote Linie am Zahnfleischrand. Mit zunehmendem Zahnstein wird auch die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) stärker. Das Zahnfleisch zieht sich zurück, die Zahnhälse werden freigelegt und die Zähne werden locker und fallen aus.


Die Bakterien im Zahnstein können durch das entzündete Zahnfleisch leicht in die Blutbahn gelangen und können innere Organe schädigen. Allen voran das Herz und die Nieren. Wir bemerken üblen Maulgeruch und das stark gerötete Zahnfleisch, u.U. auch lockere oder schon ausgefallene Zähne!
Auch wenn die Tiere meist noch normal fressen, müssen diese Symptome unbedingt ernst genommen werden!
Außerdem ist jede höhergradige Zahnfleischentzündung immer schmerzhaft!! 

Wie kann man diesem Problem nun vorbeugen? Am besten durch regelmäßiges Zähneputzen!!!
Solange die Zahnbeläge noch weich sind, lassen sie sich mit geeigneten Bürstchen und Zahnpasten gut entfernen. 

Sind der Zahnstein und Zahnfleischentzündung schon da, hilft nur mehr die professionelle Maulhygiene in Narkose: Jeder Patient wird eingehend auf seine Narkosefähigkeit untersucht. Die Narkose wird mit größtmöglicher Sorgfalt an jeden Patienten individuell angepasst. So wird das Narkoserisiko so gering wie möglich gehalten. Schließlich haben wir es ja mit meist älteren Patienten zu tun. Der Zahnstein wird mit Ultraschall entfernt. Jeder einzelne Zahn wird gewissenhaft gereinigt und danach poliert. Auf der polierten, geglätteten Zahnoberfläche kann sich neuer Zahnstein nicht so schnell wieder bilden. Lockere und geschädigte Zähne müssen in den meisten Fällen gezogen werden.

Wir zeigen Ihnen gerne, wie wie sie bei Ihrem Hund oder Ihrer sehr braven Katze die Zähne am besten putzen können. Eine gewisse Kooperation unserer 4-Beiner ist natürlich notwendig!
Handelsübliche Kauartikel halten meist nicht, was sie versprechen!
Ein schlechter Maulgeruch, Zahnfleischentzündung und Schmerzen sind auf jeden Fall immer ein Grund für eine tierärztliche Untersuchung!!! Sehr viele Herzerkrankungen bei älteren Tieren haben ihre Ursache in schlechten Zähnen, Gingivitis und Zahnstein!

Rechtzeitige Vorsorge kann hier schwere Erkrankungen verhindern und eine bessere Lebensqualität gewährleisten!!!


Mein Hund frisst sogerne Weintrauben - Ist das gefährlich?

Ja, Weintrauben und Rosinen sind für Hunde giftig! Sie können akutes Nierenversagen auslösen. Bereits 1-2 Weintrauben/kg Körpergewicht können schon Vergiftungssymptome auslösen. Diese beginnen 5-6 Stunden nach der Aufnahme mit Erbrechen, vermehrtem Trinken und Mattigkeit. Danach folgt Erbrechen und die Hunde sind nicht mehr in der Lage Harn abzusetzen, weil es zu einem akuten Nierenversagen kommt.

Wenn das Fressen von Weintrauben oder Rosinen beobachtet wird, muss der Hund sofort zum Tierarzt gebracht werden. Wenn das innerhalb von 2-3 Stunden erfolgt, kann man den Hund erbrechen lassen und so wahrscheinlich die meisten aufgenommenen Giftstoffe aus dem Körper entfernen. Danach oder wenn die Aufnahme schon länger her ist, wird versucht mit Aktivkohle die Giftstoffe im Darm zu binden. Die benötigte Dosis an Kohletabletten hierfür ist sehr hoch. Man benötigt 2-4 Kohletabletten /kg Hund. Das heißt, einem Hund mit 10kg muss man 40 Kohletabletten eingeben.

Zusätzlich erhöht eine intensive intravenöse Infusionstherapie über 48 Stunden die Chancen, dass die Nierenfunktion erhalten bleibt und es nicht zu einem tödlich endenden Nierenversagen kommt.

Bei Katzen wurden bisher keine Vergiftungssymptome beobachtet, es gibt aber auch Hunde, die keine Vergiftungssymptomatik entwickeln.

Trotzdem – Niemals Weintrauben oder Rosinen an Hunde verfüttern!!!!!!